Wissenswertes über Taiji/Taichi

Was ist Taiji (T’ai-chi / Taichi / Tai chi)?

Taiji kommt aus der klassischen Tradition und Kultur Chinas und gehört zur sanften und inneren Schule der Kampfkünste, weshalb es auch Meditation in Bewegung genannt wird. Es ist ein ganzheitlicher Kampfsport, der auch rein aus gesundheitlichen Aspekten heraus betrieben werden kann. Jede Übung tut sowohl Körper als auch Seele und Geist gut. Taiji kann mit Waffen (z. B. Schwert, Stock, Säbel, Fächer), als auch anderen Hilfsmitteln (z. B. Ball) oder ausschließlich mit dem eigenen Körper (quan/ch’üan = Faust = ohne Waffe; gesprochen etwa: tschüan) praktiziert werden …

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Nach den alten Lehren ist ein wesentliches Kennzeichen des Taiji u. a., dass sowohl der gesamte Körper gekräftigt als auch das Qi (= vitale Energie oder Lebensenergie; etwa gesprochen: Tschì) gemehrt werden sollen.

Sowohl meine eigenen Erfahrungen als auch die sämtlicher KursteilnehmerInnen bestätigen die wohltuenden und weitreichenden Wirkungen des Taiji.

Beim Taiji werden kontrollierte und fließende Bewegungen mit bewusster Atmung und bewusster Körperhaltung sowie visueller und geistiger Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft kombiniert. Sowohl die linke als auch die rechte Gehirnhälfte sind integriert, was Aufmerksamkeit, Koordination, Konzentrations- und Lernfähigkeit fördert.

Es gibt unterschiedliche Stile im Taiji. Im Westen sind Taiji-Stile mit langsamen Bewegungsabläufen am Populärsten. Es gibt jedoch auch Abfolgen mit schnellen und plötzlichen Bewegungen. Diesen letztgenannten Bewegungsabläufen ist der ursprüngliche Kampfgedanke deutlich anzusehen.

Auch schnelle Bewegungen werden in Ruhe und Achtsamkeit ausgeführt.

Schon allein diese Ruhe und Achtsamkeit unterstützen die Heilung nervöser Überreiztheit, stressbedingter Erkrankungen sowie weiterer psychologisch-emotionaler Erkrankungen. Zusätzlich liegen auch im inneren Aufbau der Übungen Abläufe, die uns über die körperliche Bewegung helfen, in geistig-emotionale Ausgeglichenheit zu kommen.

Bei physiologischen (also körperlichen) Erkrankungen, deren Ursache nach vielerlei Lehren auf feineren als der körperlichen Ebene liegt, ist die Wirkung des Taiji ebenfalls beachtlich. Es heisst: „Eine Entspannung der Glieder und des Rumpfes hat für viele Erkrankungen eine heilende Wirkung.“ Die tiefe Bauchatmung, die wir im Training immer mehr entwickeln, hat eine starke Entlastung des Herzens zur Folge. Außerdem wirkt sie sich positiv auf die Flexibilität des Zwerchfells und der Bauchmuskulatur aus. Durch die Bewegungen des Taiji werden die inneren Organe massiert, was u. a. die Verdauung und Durchblutung unterstützt. Der ständige Gewichtswechsel in den Beinen führt zur Stärkung der Muskel-Venen-Pumpe, was ebenfalls die Durchblutung und damit den gesamten Menschen unterstützt. Durch die entspannte und gerade Körperhaltung werden sämtliche Gelenke des Haltungsapparates einschließlich der Wirbelsäule entlastet.

Folge ist, dass die überall zwischen den Wirbeln austretenden Nervenleitungen besser funktionieren, der Druck auf die Bandscheiben sinkt, die Bandscheiben können wieder besser Feuchtigkeit aufnehmen und werden wieder flexibler, die Knie, Hüft- und Fußgelenke werden entlastet und gewinnen an Flexibilität.

Die Bewegung der Gelenke erfolgt beim Taiji mit Leichtigkeit und fördert die Bildung von Gelenkflüssigkeit. Alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen werden auf ausgewogene Art gefordert und gefördert.