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Taiji chuan/Tachi chuan

Das Wort “quan” (alte Schreibweisen: ch’üan, chüan oder chuan, gesprochen etwa: Tschüan) könnte als “Faust” übersetzt werden. Damit ist Training ohne Waffen oder Geräte, also ausschließlich mit den Händen, gemeint.

Im Taiji geht es nicht vorrangig um das Erlernen einer Form (Bewegungsabfolge). Werden die inneren Strukturen in Körper, Geist und Seele geschult, können die Übungen immense gesundheitliche sowie Geist und Seele ausgleichende Wirkung haben. – Was übrigens für Qigong-Übungen ebenfalls gilt.

Aus diesem Grunde werden in allen von mir angeleiteten Gruppen auch immer wieder Übungen zum Erfahren, Erleben und Umsetzen dieser inneren Prinzipien sowie des Lenkens von Energie durchgeführt. Zusätzlich gibt es Unterricht, der sich ausschließlich dem Erlernen dieser Prinzipien widmet.

Ich unterrichte also auch Formen gerne so, dass die Konzentration der/des Übenden sich immer wieder auf die Grundprinzipien des Taiji und damit auch auf den Blick nach innen wenden. Folgen hiervon sind beispielsweise das “Sich Sammeln” und das Entwickeln von Zielstrebigkeit.

An Formen unterrichte ich vorrangig langsame, fließende Kurzformen aus dem Yang-Stil. Kurzformen bieten sowohl für AnfängerInnen als auch für Fortgeschrittene sehr schöne Möglichkeiten. Da wir das Erlernen einer Form auch mit dem Lenken von Energie, entspannter geistiger Haltung etc. verbinden, dauert es bereits bei Kurzformen einige Jahre bis wir sie in voller Länge kennenlernen können. Dabei bleibt es immer interessant, und es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Man lernt dabei so viele wunderbare Dinge wie wir unseren Körper einsetzen können, wie Körper, Geist und Seele zusammen spielen, dass das Erlernen der Form in der Regel für die TeilnehmerInnen nicht im Vordergrund steht. Falls also jemand nicht die Möglichkeit hat, langfristig Taiji-Kurse bei mir zu besuchen, macht es den TeilnehmerInnen in der Regel nichts aus, wenn sie keine komplette Form kennenlernen konnten.

Wenn die Prinzipien erst einmal kennengelernt sind, können sie nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch praktisch für jede Taiji-Form aus dem Yang-Stil weiter genutzt werden.

Bereits eine einzige erste Stunde (und damit ist wirklich eine einzige Stunde gemeint und nicht einmal wöchentlich) bringt oft wertvolle Erfahrungen.

Wer öfter als einmal die Woche kommen möchte und kommen kann, kann in weiteren Stunden sein Können immer weiter verbessern, was ein ständiges vertiefendes Verstehen mit sich bringen wird.

Für den Unterricht habe ich zwei, in Teilen scheinbar sehr unterschiedliche, Formen ausgewählt. Wir trainieren entweder in der 24er Form, die auch Peking- oder Beijing-Form genannt wird, oder wir beschäftigen uns mit der 37erForm nach Zheng Manqing (alte Schreibweise z. B.: Cheng Man Ching, gesprochen etwa: Djeng Man Tsching) – zur Zeit in der Tradition nach Huang Sheng Shuan.

Durch die Kürze beider Formen – die dabei auch noch einige Wiederholungen in sich tragen – bieten sie die reale Möglichkeit, den gesamten Ablauf kennenzulernen, ohne dabei die Prinzipien aus den Augen zu verlieren.

In der Regel wird sich für mehrere Jahre für eine der beiden Formen entschieden. Alle Gruppen beschäftigen sich also in der Regel parallel mit der gleichen Form.

Huang Sheng Shuan ist sicherlich nicht allen LeserInnen bekannt. Er war einer der beeindruckenden Schüler von Zheng Manqing.

Soweit ich weiß, hat Zheng Manqing seine Schüler immer wieder dazu angehalten, von ihm zu lernen, um schließlich ihren eigenen Weg im Taiji zu finden oder zu entwickeln.

Das, was ich von SchülerInnen aus der Tradition des Huang Sheng Shuan kennenlernen durfte, scheint sich in einigem von anderen Herangehensweisen im Taiji zu unterscheiden. – Dabei möchte ich betonen: “Zu unterscheiden”. Keinesfalls möchte ich sagen, dass es besser wäre. Es ist anders. Und es ist das, was ich erst einmal für mich und für von mir geleiteten Unterricht ausgewählt habe, um es in seiner Tiefe kennenzulernen. Letztlich dürften alle Wege wieder zu einem zusammenlaufen.

My beautiful picture

In der 24er-, der Peking-Form, erscheinen manche Schritte so fließend, das Vor und Zurück zeigt sich so deutlich, dass die Form von außen betrachtet schon fast tänzerisch wirkt.

Die Peking- oder Beijing-Form ähnelt der Form nach Zheng Manqing trotz der scheinbaren Unterschiede in vielerlei Hinsicht. Der Unterschied liegt meiner Ansicht nach vor allem darin, dass die schon fast tänzerischen bis spielerischen Aspekte in der Peking-Form leichter zu sehen sind. (Im Chinesischen wird das Üben von Taiji übrigens nicht “trainieren” sondern “Taiji spielen” genannt.) Die Unterschiede zeigen sich vor allem in den Übergängen von einer Figur oder “Technik” in die nächste und natürlich auch in der Reihenfolge der Figuren.

Die scheinbare Schlichtheit der 37er Form nach Zheng Manqing bietet volle Konzentrationsmöglichkeit auf den Blick nach innen und lenkt nicht durch äusseres Erscheinen (wollen) ab.

Beide Formen haben ihre Vorteile. In beiden Formen lernen wir, durch harmonisches Einfügen in den Fluss des Lebens, ein kraftvolles und selbstbestimmtes Leben zu führen.

In dem Formentraining haben wir also die Möglichkeit, uns sowohl mit den Prinzipien des Taiji vertraut zu machen als auch in der Form voranzuschreiten.

Während meiner Taiji-Lehrer-Ausbildung wurde zum Abschluss übrigens erwartet, dass wir in einem offiziellen Wettkampf zeigen würden, dass wir Taiji auch unter Wettkampfbedingungen in Ruhe durchführen und zeigen können.

(Da mir aus meinem Prüfungsjahr keine Fotos zu der Veranstaltung selbst vorliegen, füge ich hier Beispielfotos aus späteren Wettkämpfen ein:)

Eröffnung des Yang Sheng Einladungsturnieres/der Bremisch-Niedersächsischen Taiji- und Qigong-Meisterschaften:

Vorstellung der Wettkampfrichter:My beautiful picture

Präsentation der Pekingform zu Beginn der Veranstaltung:My beautiful picture

Die SchülerInnen der Yang Sheng Akademie, an der ich die Ausbildung absolvierte, nahmen im Taiji quan neben anderen Schulen und TeilnehmerInnen am Einzel- und am Gruppenwettkampf zur Peking-(24er)Form der Bremisch-Niedersächsischen Meisterschaften (Das waren die einzigen Taiji-Wettkämpfe, die es zu der Zeit in Deutschland gab.) teil.

Im Gruppenwettkampf erreichten wir den 1. Platz. Im Einzelwettkampf ging es für mich knapp am 1. Platz vorbei, so dass ich den Titel “Bremisch-Niedersächsische Vizemeisterin im Taiji quan/Pekingform” erhielt.